Kann sich noch jemand an die Zünder Politiker WG erinnern? Die lief mal eine Weile auf Zeit Online und ruht nun in Frieden auf dem Blog-Friedhof. Darüber, warum das Projekt eingestellt wurde hab ich nie etwas gehört. Irgendwann kamen einfach keine Beiträge der Youngster mehr.
Phoenix hat das Konzept wieder ausgegraben [oder das Rad neu erfunden] und nennen das Ding MdB 2.0 ich fand die Idee damals wie heute gut und hoffe, das sie an neuer Stelle auf mehr Resonanz trifft.
Die “10 steilen Thesen von Sebastian Gievert” werde ich mir vermutlich ausdrucken und an die Wand hängen. Und jedes mal, wenn ich den Satz “…aber Obama hat es doch so gemacht.” oder die Frage “…warum macht ihr es nicht wie Obama?” höre, werde ich 8 von diesen Thesen einfach vorlesen und vielleicht ein paar Anmerkungen hinzufügen.
Unabhängig von der Frage, warum Thesen eigentlich immer steil sein müssen:
These 2 werde ich vermutlich abschwächen, da das Internet als “ungefiltertes Medium” selbstverständlich eine zentrale Rolle neben den klassischen Medien spielt, auch wenn diese funktionieren. Das tun sie nämlich auch in den Vereinigten Staaten. Warum sonst gibt man ein Heidengeld für 30 Minuten Primetimesendezeit dort aus.
These 3 werde ich vermutlich weglassen, weil sie nicht so ganz stimmt: 2006 lag der Anteil an staatlichen Mitteln, an den Gesamteinnahmen der SPD beispielsweise bei 25,07%. Die Mitgliedsbeiträge waren und sind der wichtigste Posten. Aufgrund der in Deutschland schwach ausgeprägten Bereitschaft an Parteien zu spenden wird der Fokus auf die Mitgliederwerbung gelegt.
These 6 gilt jedenfalls [fast] nicht für das Willy-Brandt-Haus, mit einem sehr affinen Bundesgeschäftsführer.
These 8 kann man getrost an These 1 anhängen, aber irgendwie muss man ja bei steilen Thesen immer auf eine runde Zahl kommen.
These 10 würde ich sicher auch weglassen, ohne Begründung.
Trotz der anderen Thesen, die ich uneingeschränkt unterschreibe, wird es sie geben: die Mitmachangebote, die Videochannels, den Onlinewahlkampf. Anders als in Amerika, auf deutsche Verhältnisse zugeschnitten. Und zumindest bei mir schwenkt immer noch die Hoffnung mit, dass sich die Thesen 5 und 9 vielleicht mal ändern.
´Tschuldigung. Das Überschriftplagiat konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen, auch wenn ich jetzt eigentlich nichts dazu schreiben wollte. Das haben andereschongetan.
Wolfgang Schäuble hat einen Falschen. Angela Merkel hat gleich mehrere Falsche. Kurt Beck hat auch einen Falschen. Die Grünen haben einen Echten, der aus der Parteizentrale gefüttert wird.
Hubertus Heil startet heute seinen Echten. Live, persönlich und in Farbe (zumindest in Rot) wird er vom Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver twittern. Auf jeden Fall eine nette Dienstreise und von Obama lernen, heißt siegen lernen.
…wurde meinespd.net um ein Feature erweitert. Muss irgendwann in der letzten Woche passiert sein.
Die Werkstatt ist eigentliche keine Neuentwicklung, sondern wurde bereits während der Debatte zum Grundsatzprogramm der SPD eingesetzt. Es handelt sich dabei um ein eher niedrigschwelliges Partizipationsangebot, mit der Zielsetzung Stimmungsbilder darzustellen. Manche haben es mit digg.com verglichen, was es wohl auch einigermaßen trifft.
Verknüpft ist das Tool mit dem Forum, so dass auch die Meinungen hinter dem Bild sichtbar gemacht werden.
Derzeit kann man dort nur vorgegebene Thesen bewerten. Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise ließen jedoch bereits verlauten, dass demnächst auch eigene Thesen formuliert und zur Abstimmung gestellt werden könnten.
Nach den Gruppen und den Blogs ist die Werkstatt der vorläufig letzte Punkt, der angekündigt und umgesetzt ist. Ab jetzt gibt´s nur noch Überraschungen.
Unzulässig sind Gruppen, Foren oder Blogs, die erkennbar die Diffamierung einzelner Mitglieder von meineSPD.net oder von Funktions- und Mandatsträgern der SPD zum maßgeblichen Inhalt haben.
http://www.meinespd.net/info/nutzungsbedingungen
Die meinespd.net-Gruppe “Keine Zukunft mit Kurt Beck” ist mir bisher gar nicht aufgefallen und so konnte ich die Diskussion auch nicht verfolgen. Ich kann also auch nicht mit Sicherheit sagen, ob die Argumente, die dort ausgetauscht wurden unter die obige Regelung gefallen sind oder nicht. Ich schätze, so ging es vielen Leuten in diesem Land, bis zu diesem Artikel in der Bildzeitung.
Klar,dasssowasdieRundemacht und genau dieses absehbare Grundrauschen wäre ein Grund für mich gewesen, die Gruppe nicht zu schliessen.
Auf der anderen Seite kann ich das Vorgehen durchaus nachvollziehen, aus zwei Gründen:
Gerade im politischen Bereich ist eine aktive Moderation von interaktiven Angeboten äusserst sinnvoll, um eine einigermaßen erträgliche Diskussionskultur aufrecht zu erhalten. Politische motivierte Trolle sind ziemlich hartnäckig und können jeden konstruktiven Ansatz innerhalb von Minuten zu nichte machen.
Es gibt immer wieder Journalisten, die aus Parteiforen zitieren und daraus “die Stimmung an der Basis” konstruieren. Das ist natürlich absoluter Blödsinn und noch unzuverlässiger als eine Forsaumfrage.
Wie auch immer. Wäre die Gruppe nicht geschlossen worden, würde sich darin wohl immernoch ein illustrer kleiner Zirkel austauschen. Durch die Schließung ist Philipp Geldmacher zu seinen 15 Minuten Ruhm gekommen. Wenigstens etwas.
Es gibt Plätze in der Stadt, an die erinnert man sich gerne. Plätze an denen man so manchen Sommernachmittag verbracht hat, um kleine Granulat gefüllte Bällchen in der Spree zu versenken und um Reggea zu hören.
Das Yaam ist ja schon einige mal umgezogen: Arena-Cuvrystrasse-Arena-Ostbahnhof und ich gestehe, meine Erinnerungen brechen nach dem zweiten Umzug ab. Jetzt steht wohl ein weiterer Umzug an, aus stadtplanerischen Gründen. Dagegen regt sich Protest.
..ist, frag ich mich bei solchen Projekten jedes mal, ob es nicht möglich ist Städte zu entwickeln und gleichzeitig suburbane Kultur zu erhalten, zu integrieren.
Wäre ich Xhainer, ich würde ich wahrscheinlich am 13. Juli dem Vorschlag (A) zustimmen, schon allein aus nostalgischen Gründen.
hat jeder wohl schon irgendwie erahnt. Neu ist aber die Datenbasis.
Und auch wenn ich folgendem Satz uneingeschränkt zustimmen würde
Angesichts der notwendigen Zeiträume zur Etablierung von Onlineaktivitäten sind die Parteien eigentlich angehalten, möglichst bald mit dem Gebrauch der neuen Möglichkeiten ernsthaft zu beginnen, so sie sich wahlkampfstrategisch für ein Onlineengagement entscheiden möchten.
interpretiere ich das Ergebnis der Studie allerdings nicht in dieser Form:
…angesichts des unklaren Effektes und der unklaren Notwendigkeit des e-Campaignings. Politiker aller Couleur bezweifeln die Sinnhaftigkeit des Investments in die vor allem zeitaufwändigen Onlineaktivitäten.
Ausnahmslos alle Parteizentralen sind derzeit mit Sicherheit am ausloten und vorbereiten. Und ich gehe davon aus, dass keine der Parteien das Medium Internet vernachlässigt. Da ist mir nicht bange. (vielleicht ist an der Stelle aber auch der Wunsch Vater des Gedankens).
Mangelnde Aktivität lässt sich sicher eher an politischen Faktoren festmachen:
ungeklärte innerparteiliche Fragen
Große Koalition
schlecht aufgestellte Opposition
Diskussion um Koalitionsoptionen
Es fehlen zudem die Aktivitäten, die Parteizentralen organisieren, die allerdings dezentral laufen (z.B. meine-spd.net) und das hier:
Die aktuelle Bestandsaufnahme kündet jedoch vor allem von einem: Politik findet im Web 2.0 wenn überhaupt, dann nur jenseits der Aktivitäten von Parteien und Politikern statt.
finde ich einen äusserst positiven, fast schon amerikanischen Ansatz. Dort leben die Kampagnen wesentlich von den Aktivitäten, die um die Kandidaten herum passieren, weniger von den zentral gesteuerten Dingen. Vielleicht wäre eine Evaluation an der Stelle ja eine Aufgabe für die Folgestudie.