Bitte iframes zulassen
Und ich dachte, ich hätte in den letzten Jahren einiges über die “Seele der SPD” gelernt. Jetzt weiss ich, dass ich nichts weiss. Das schlimmste – ich finde, der Mond ist eine durchaus positive und nützliche Erfindung. Das sage ich frei von jeglicher Ironie.
Da ist er also nach Frisco, der Macher von NSTV. Hat sich Youtube angeschaut. Hat sich Twitter angeschaut. Hat investiert. Hat Geld gesammelt. Hat seesmic erfunden.
Die neue Videoplattform schält eine Funktion, nämlich die Replyfunktion aus Youtube heraus und bietet Verküpfungen zu anderen Netzwerken wie Twitter. Punkt. Das war´s eigentlich schon. Der Verdienst von seesmic liegt also in der Reduzierung und in der Schaffung von Schnittstellen (und im schicken, CO2 sparendem Design). Analog zum Begriff “microblogging”, der sich schnell für Twitter gefunden hat, kann man seesmic wohl mit “microvlogging” umschreiben.
Reduzierung find ich gut. Deshalb belasse ich es mal bei dieser knappen Beschreibung. Wer mehr lesen möchte kann das hier oder hier tun.
Da ich ein extrem kamerascheuer Mensch bin, werde ich wohl vorläufig einfach weiter twittern. <140 Zeichen sind einfach auch schneller getippt. Vielleicht ist das Instrument interessant für die Kollegen im Willy-Brandt-Haus. SPDVision ist ja nicht zuletzt der Versuch einen Videodialog mit Kurt Beck anzubieten.
Ich stehe hier und kann nicht anders: ich kaufe bedruckte Blätter. Schlimmer noch, ich lese alterwürdige Zeitungen in aller Öffentlichkeit. In der Tram. In der U-Bahn. Manchmal auch heimlich, zu Hause. Wenn ich ein paar Minuten Zeit habe. Das Lesen von Texten auf nicht leuchtendem Hintergrund gibt mir ein Gefühl von Ruhe, von Behaglichkeit. Computer dagegen haben einfach etwas erschreckend Schnelles an sich.
Nennt mich altmodisch. Beschimpft mich als konservativ, als ewig gestrig.
Schön, wenn das Sekundärmedium Zeitung sich an Webstandards anpasst, ohne dabei in die Hektik der Onlinekommunikation zu verfallen.
In der aktuellen “Zeit” wird die Vietnamkongress Rede von Dutschke dokumentiert (Seite 8). Im Text sind einzelne Schlagworte rot hinterlegt, die auf eine Art Glossar in den Seitenspalten verweisen. Beim Lesen hab ich mich nun ständig dabei erwischt, wie ich gedanklich auf die Hover-Links klicke, um an die Begriffserklärungen zu gelangen. Ganz behaglich. In aller Ruhe. Ohne Hektik.
Das verstehe ich unter gelungener Medienkonvergenz.
Vor ein paar Tagen stand ich am S-Bahnhof Gesundbrunnen, in Berlin neben einer dieser Snackschleuder und irgendwas kam mir komisch vor. Für 1 Euro, glaube ich, kann man dort Lektüre für die Weiterfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ziehen.
Der Gedanke an den unterzuckerten Schüler, der auf dem Heimweg seiner nächtlichen Streifzüge durch die Berliner Clublandschaft seinen letzten Euro in den Automaten steckt und aufgrund eines Zahlendrehers einen Gedichtband in den Händen hält amüsiert mich schon, muss ich gestehen. Vermutlich wird er den Tag verfluchen, an dem er im Matheunterricht auf Durchzug gestellt hat und im günstigsten Fall wird er überlegen, ob er die Investition nicht vielleicht in der nächsten Deutschstunde amortisieren kann.
Hinter der Aktion, die bereits seit Dezember 2003 läuft, steht der das Projekt satt.org, das mit dem Verlag SuKuLTuR , eine Art Indylabel für Bücher betreibt.
Wie verbreitet man ein Video, das grotten schlecht ist, völlig unlustig, ohne Botschaft, langweilig – ein Video, das so gar nichts virales an sich hat?