Archiv für December 2007


30. December 2007 - 23:26 Uhr

Wie hier angekündigt, ein paar Notizen zur Frage:

“Warum könnten/dürften/sollten Politiker eigentlich bloggen?”

Da ich kein hard blogging scientist bin, sondern eher ein lazy blogging privateblogger, verzichte ich erstmal auf allzu viele Zitate, Fußnoten oder Definitionen und versuche mich als Hobbyessayist. Ich werde den Text auf mehrere Beiträge aufspliten. Das hat den Vorteil, dass ich das Schreiben zeitlich einteilen kann und dient sicher auch der Übersichtlichkeit. Sicher werde ich auch an der einen oder anderen Stelle mal streichen, ergänzen und ändern, das aber dann auch kenntlich machen.

Die Frage lässt sich unter zwei Aspekten erörtern:

  • einem eher ideologischem Blickwinkel (Demokratisierung)
  • einem eher praktischem Blickwinkel (konkrete Benefits)

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29. December 2007 - 22:01 Uhr

Das letzte MittLoch war doch etwas tiefer als gedacht und schließlich habe ich mir ein Interview mit Hartmut Rosa, welches ich kurz vor den Feiertagen in einer beschleunigenden U-Bahn las zu Herzen genommen und etwas entschleunigt

Als dann heute “einige” ungelesene Feeds beim Start des Internetbrowsers auftauchten, bin ich kurz drübergeflogen und an diesem Beitrag im Lummaland hängen geblieben, worauf hin sich mir spontan ein paar Fragen nach den Einstellungsvoraussetzungen für Redakteure beim politischen Onlinemagazinen aufdrängten.

Nico hat es schon auf den Punkt gebracht: Auch ohne große strategische Fähigkeiten könnte man eigentlich dahinter kommen, dass zu jeder positiven Linie auch eine negative gehört, also “Negative Campaigning” in der einen oder anderen Ausprägung.

In einfachen Worten: Es geht darum zu zeigen, was ich kann und der Mitbewerber nicht.

Bei dem Satz

Bislang hat die SPD diese Methode abgelehnt. Unter anderem wurde stets darauf verwiesen, dass die deutschen Wähler, anders als Amerikaner, persönliche Attacken nicht goutieren würden.

kam ich dann ins stolpern.

Ich kann mich an Seiten wie www.nicht-regierungsfaehig.de (2002) oder www.die-falsche-wahl.de (2005) erinnern, die “starke negative Züge” hatten und das Personal der Mitbewerber durchaus auch persönlich angegangen sind. Die Frage lautet also schon seit mindestens 5 Jahren nicht mehr ob, sondern wie.

Entweder hab ich da “Negative Campainging” falsch verstanden oder der Redakteur hat die letzten Wahlkämpfe verschlafen/noch nicht erlebt/verdrängt.

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19. December 2007 - 15:57 Uhr

Foto: Sanduhr mit Löchern als Symbol für fehlende Zeit

Originalbild:Alexander Boden

Eine Woche vor Weihnachten holen mich, jedes Jahr aufs Neue, die negativen Folgen der Prokrastination ein. Es gibt einfach Dinge, die lernt man nie.

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17. December 2007 - 22:00 Uhr

Grafik: Screenshot google.ch - “god news”

Nachdem ich irgendwann mal irgendwo genörgelt habe, ich könne nicht verstehen, warum die Leute immer 10, 15, 50, 100 Thesen veröffentlichen müssen und nicht mal irgendeine unerwartete Anzahl verfassen, will ich nun mit gutem Beispiel voran marschieren. Ich hab mir die Zahl 2 ausgesucht. Das ist die minimalistischste Zahl die mir möglich erscheint. 1 These gabs bestimmt schon, aber 2 hat sicher noch niemand geschafft.

1. Gründlicheres Arbeiten
Jeder Eintrag braucht seine Zeit.
In meiner Statistik habe ich heute folgenden Referer vom eidgenössischen Googli gefunden: god news. Meine erste Frage an mich selbst hieß: “Haben die Schweizer immer noch nicht richtig Englisch gelernt oder sind die wirklich so erzkatholisch, wie sie immer tun?” Meiner zweiter Gedanke: “Wieso verweist der Eintrag auf meine Seite?”

Nach dem Klicken musste ich dann erschreckend feststellen, dass ich mit einem Flüchtigkeitsfehler in diesem Eintrag auf Platz 1 der Suchergebnisse stand und immer noch stehe. Daraufhin hab ich einige Artikel Korrektur gelesen und was ich da an Fehlern fand ist nicht mehr feierlich.

In Zukunft werde ich also jeden Beitrag ein bis zwei Stunden ruhen lassen und danach auf Flüchtigkeitsfehler prüfen.

2. Strategisches Handeln
Alle Flanken werden gedeckt.
Ich wäre kein guter Stratege, wenn ich mir nicht eine Exitoption offen halten würde: Wenn irgendjemand einen Fehler findet, werde ich behaupten, dies sei Teil meiner ausgeklügelten SEO Strategie.

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15. December 2007 - 20:07 Uhr

Urban Forest IINoch eigenartiger, als das Festbinden ehemals lebendiger Bäume an Laternenmasten, ist das Aufstellen von Baumattrappen in der eigenen Wohnung. Diese werden dann mit allerlei buntem Zeugs behangen, um eine wohlige Atmosphäre zu verbreiten.

Zumal man solche Art von Bäumen, mit dem zufriedenstellendem Gedanken im Hinterkopf betrachten kann, dass kein Zögling einer Baumschule dran glauben musste.


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14. December 2007 - 12:46 Uhr

We Do ist eine junge, unverbrauchte, kreative Agentur in Berlin-Mitte, mit einem zugegebenermaßen optimierungswürdigen Internetauftritt und bekannt aus Funk und Fernsehen durch die Kampagne zum Einsteinjahr und der Gestaltung des offiziellen Plakates zur Fussball WM 2006.

Gestern Abend öffnete die We Do Academy erstmalig die Pforten für die Öffentlichkeit und geladen war Gunnar Bender, um über PR im Web 2.0 zu referieren:

  • Web 2.0 ist eher eine Änderung des Nutzerverhaltens, als eine wirklich technische Neuerung.
  • SEO ist das A und O.
  • Mobiles Internet ist die Zukunft.
  • Sascha Lobo ist jung, unverbraucht und kreativ, etc.

Eigentlich nichts wirklich Bloggenswertes. Wenn, ja wenn da nicht die These gekommen wäre: Blogger folgten dem ehernen Gesetz des klassischen Journalismus, “Good News are no News.”, und sind im wesentlichen auf “Verriss” aus.

Es ist mir eine Freude diese These zu widerlegen: “Hervorragendes Grundlagenreferat, Herr Bender!”

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13. December 2007 - 11:18 Uhr

Ich hab einige Zeit überlegt, ob ich auf diese Diskussion an der Blogbar eingehen sollte. Nicht etwa, weil der Ausgangsbeitrag eher flache Ressentiments bedient und ich mich an der einen oder anderen Stelle nach den Informationsquellen des Don sehne, sonder eher, weil mich der Diskussionsverlauf an die Tribüne eines Fussballklubs erinnert.

Solche Tribünendebatten kennt jeder, glaube ich. Der Steilpass der eigenen Mannschaft ist wieder einmal in der gegnerischen Abwehr versandet und daraufhin entspinnt sich folgender Monolog:

Boah! Das kann doch nicht sein. Die sind ja sowas von deppert. Der hätte doch nach links raus spielen müssen. Da spielt ja meine Oma besser. Und der Trainer geht ja wohl gar nicht. Der muss den doch vom Platz nehmen und den anderen einwechseln. Alles Scheiße was die auf dem Platz fabrizieren.

In der Regel führt das zu gar nichts. Denn sind wir mal ehrlich, die Oma des Zuschauers ist keine wirkliche Alternative. Auch wenn es schonmal positiv ist, dass überhaupt eine Alternative angeboten wird. Selbst wenn Trainer, Spieler, und Strategie vollkommen ausgewechselt würden, die Diskussion wäre endlos.

Nichtsdestotrotz hat diese Art der Debatte, eine lange Tradition in Deutschland und der Welt und nimmt die unterschiedlichsten Formen an:

  • Oben vs. Unten
  • Berlin vs. Region
  • Region vs Ort
  • Angestellter vs. Chef

Ein “Irgendwas dazwischen” wäre vielleicht ein guter Anfang. Schließlich geht es mir nicht darum einen wie auch immer gearteten Diskurs in Frage zu stellen, soweit er konstruktiv verläuft.

Ich will Don Alphonsos Einwurf aber zum Anlass nehmen um in den nächsten Tagen ein paar Dinge zu bloggenden Politikern, politischen Organisationen und Institutionen zu notieren, auch um mir selber ein paar Fragen zu beantworten:

  • Warum eigentlich Weblogs im politischen Bereich? Schließlich glaube ich, anders als Don Alphonso, dass Weblogs sehr wohl eine Rolle in der Kommunikation der Parteien spielen.
  • Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung eines Politikers, einer Institution, einer Organisation für oder gegen ein Blog?
  • Welche Faktoren beeinflussen das Bloggen von Politikern, Institutionen, Organisationen.
  • Wie geht´s weiter?

Bis zum Jahresende sollte das ganze eigentlich aufgeschrieben sein, wenn ich mein Zeitbudget ordentlich organsiert bekommen. Und damit hätten wir auch schon einen Faktor benannt…

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12. December 2007 - 10:44 Uhr

MittLochKaffee ist alle und der Supermarkt ist gerade zeitlich ausser Reichweite.

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7. December 2007 - 15:20 Uhr

Grafik: Header von Politik-Digital

Ich glaub, politik-digital.de gab es schon als ich geboren wurde und jetzt hat sich die gute alte Tante ein frisches Kleid übergestreift.

Optisch gelungen und gewöhnungsbedürftig.
Ich habe die Seite beruflich und privat immer gerne angesteuert. Der Grund waren die hervorragenden Themendossiers, zur politischen Kommunikation im Netz. Die gehen jetzt erstmal ein wenig unter, vermutlich weil die Plattform gänzlich auf eine klassische Navigationsstrukur verzichtet. Das wiederum find ich spannend und bin extrem auf die Reaktionen gespannt. Vermutlich decken die sich mit denen, die wir auf den Relaunch von www.bmas.de erhalten haben. Da steht an einem Ende der Skala

Super! Revolutionär! Endlich mal was Neues!

in der Mitte befinden sich Aussagen wie

Hm! Interessant! Schaun wir mal wie sich das entwickelt!

und am anderen Ende

Ich find gar nix mehr und will den alten Kaiser Wilhelm wiederhaben.

Tendiere gerade noch etwas ins Mittelfeld, vermutlich, weil ich mich da ersteinmal reinfuchsen muss.

Ein paar Anhaltspunkte zur Orientierung:

  • Aufgebaut ist die Seite jetzt im Blogstil. Die Navigation erfolgt über eine Verschlagwortung der Artikel und über die (wahrscheinlich) automatische Kontextualisierung “Verwandte Artikel”.
  • Informationsknoten werden, wie gehabt über Themendossiers gebildet, die aber nicht mehr der zentrale Aufhänger sind.
  • Ein “Viel gelesene Artikel” gibt ein wenig Unterstützung durch eine “Relevanzempfehlung”.

Wie gesagt: Ich bin auf die Reaktionen gespannt.

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6. December 2007 - 16:47 Uhr

Grafik: Ausschnitt aus Spiegel-Online Bannerwerbung auf Newsportalen hat, gerade in der politischen PR, so seine Vorteile. Wenn man eine Werbebotschaft zur “Initiative 50 Plus” in einem ensprechendem, redaktionellen Umfeld platzieren kann, dann steigt die Aufmerksamkeit und die Click-Trough-Rate. Anders, als bei Printanzeigen ist die Wahrscheinlickeit, dass man in direkt ein solches Umfeld gelangt ungleich höher. Oft ist es auch der zweideutige Kontext, der die Werbewirkung einer Anzeige verstärkt.

Der ausgegebene Werbeeuro hat allerdings zwei Seiten, wie auf SPON zu sehen war.

Die Wirtschaftsprüfer Delloitte – Deutschland hatten eine Imageanzeige im Politikteil des Online Magazins gebucht:

” Sehr geehrter Herr Wenning. Sie haben Post.”

Das Banner erschien dann in einem Artikel zu einem Briefbombenattentat auf des ehemalige Anwaltsbüro von Nicolas Sarkozy, bei dem tragischerweise eine Sekretärin ums Leben kam.

Ein denkbar ungünstiger, weil zweideutiger Kontext. Die Anzeige war (gefühlt, nicht gestoppt) eine Stunde zu sehen, bevor die Redaktion von Spiegel-Online reagiert hat.

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